Ötztal Classic 2026
/ by /   Allgemein / 0 comments

Das war die 28. Ötztal Classic

Mobile Augenweide auf Tour durch Nord- und Südtirol

Spricht man im Rahmen der 28. Ötztal-Classic von besonderen Erlebnissen, dann kommen einen unmittelbar die vielen, vielen klatschenden Hände am Straßenrand in den Sinn. Am Steuer eines klassischen Automobils durch Nord- und Südtirol gleitend wähnt man sich ein wenig als Berühmtheit, doch die Sache hat einen Haken: Der Applaus, den man trotz ziemlichen maschinellen Nebengeräuschen im Oldtimer aufsaugt, gilt dem Fahrzeug, weniger den Insassen. Diese können im Gegensatz zum klassischen Auto zurückwinken, manch einer drückt den „Hubknopf“, als Danke für die optische Unterstützung.

In der Bewertung der Höhepunkte dieser Veranstaltung gibt es einen Extrapunkt für abendliche Fahrt über das Timmelsjoch. Ein unbeschreiblich Stimmung von Dämmerung, vorbeifliegende Wolkenfetzen und in der Ferne noch ein rotes Abendlicht genossen die Teilnehmer, dazu eine leergefegt perfekt vorbereitete Hochalpenstraße. Viel bestaunt und daher auch einen Sonderpunkt in der Highlight Wertung erhält der versunkene Ort Graun mit dem Kirchturm als Wahrzeichen im Reschensee. Kein Fahrzeug kam daran vorbei, ohne ein Foto zu schießen und das bei vollem Verkehrsaufkommen. Aber die übrigen Verkehrsteilnehmern erging es genauso.

Bei der Genusswertung konnten sich mehrere Gastgeber besondere Anerkennung sichern. Die Wirtsleute des Gasthofs Hochfirst, die Familie Gärtner an der Timmelsjochstraße sowie die Küche im Aqua Dome – Tirol Therme Längenfeld, wo auch die grandiose Siegerehrung stattfand – erhielten jeweils einen Sonderpunkt.

Die Locations Wertung gewinnt eindeutig das Schloss Ambras. Mit den Oldtimern im weitläufigen Schlusspark zu stehen hat den Fahrzeugen sichtlich gutgetan, denn die alten Bäume spendeten Schatten, während die durch die Baumwipfel blinzelnden Sonnenstrahlen die automobilen Schmuckstücke gleichzeitig eindrucksvoll in Szene setzte – sehr zur Freude der zahlreichen Parkbesucher.

In sechs Wertungsklassen gingen insgesamt 64 Automobile aus sechs Nationen beim „Gipfeltreffen der Klassiker“ an den Start. Neben der Freude am gemeinsamen Fahren und dem Erlebnis außergewöhnlicher Strecken ging es selbstverständlich auch um sportlichen Ehrgeiz: In den Wertungsprüfungen galt es, möglichst wenige Strafpunkte zu sammeln und sich damit eine gute Ausgangsposition für die Gesamtwertung zu sichern. So verband die 28. Ötztal-Classic einmal mehr automobile Leidenschaft mit landschaftlichen Höhepunkten, kulinarischen Genüssen und der besonderen Atmosphäre einer Veranstaltung, bei der die Stars vier Räder haben – und ihre Besitzer das Privileg genießen, sie durch eine der schönsten Regionen der Alpen bewegen zu dürfen.

Fakten:

  • Höchster Punkt das Timmelsjoch 2.474 m
  • 25 unterschiedliche Hersteller Fabrikate am Start
  • Ältestes Fahrzeug von Manuel Dubs, Rockne Six 75 drei Mal bei Peking – Paris im Ziel, diverse Himalayas Rallyes
  • Stärkstes Fahrzeug mit 328 PS Mercedes Benz 500 SL von Karl Mildenberger
  • Schwächstes Auto der Citroen 2CV von Uwe Maier mit lediglich 27 PS
  • Gesamt 9 Etappen – Streckenlänge gesamt: 473,9 Km
  • Anzahl der Wertungsprüfungen 15 Wertungen + 7 Zeitkontrollen

Text & Fotos: Ernst Lorenzi

SHARE THIS